Pro und Kontra – Pille

von | Apr 18, 2024 | Beziehung, Frauen, Gesundheit, Hormone, Lifestyle | 0 Kommentare

Die Pille zu nehmen war sehr lange Zeit normal. Vielen jungen Mädchen werden immer noch sehr früh orale Kontrazeptiva verschrieben, sei es nur um Hautunreinheiten oder das Gewicht zu regulieren. Bereits ab 11 Jahren wird die Pille verschrieben. Unter den 19 jährigen Mädchen nehmen drei von vier die Pille. Häufig erleben die jungen Frauen nur 1-2 Mal einen normalen Zyklus. Wird die Pille so früh eingesetzt können sich Hormonsystem und die Hormonorgane häufig nicht physiologisch entwickeln.

Die Pille kam 1960 auf den Markt und wurde zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben. Zum ersten mal hatten Frauen die Möglichkeit, sich vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen. Zuvor bekamen Frauen oft mehrere Kinder, litten unter schweren Geburten, oder zu kurzen Abständen zwischen den Schwangerschaften. Abtreibungen waren verboten und wurden teils unter miserablen Bedingungen, illegal durchgeführt. Insgesamt konnte durch die Pille ein großer Schritt Richtung Emanzipation gemacht werden.

So verhütet die Pille:

Unter der Pille wird die HPG-Achse (Hypothalamus – Hypophysen – Gonaden -Achse) ausgeschaltet und der Zyklus gestoppt. Die Hormonlevel befinden sich dann auf einem gleichbleibenden Level, der Zervixschleim verändert sich nicht mehr und es findet kein Eisprung statt.

Die Pille verhindert die Eireifung und den Eisprung, außerdem kommt es nur zu einem minimalen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Sollte es also trotzdem zu einer Befruchtung kommen, kann sich das befruchtete Ei nicht einnisten. Als letzten Mechanismus, bildet sich durch die Pille ein Schleimpfropf, der das Eindringen von Spermien erschwert.

Die klassische Antibabypille ist ein Kombinationspräparat aus Östrogen und einer synthetischen Gestagenkomponente. Das Östrogen in der Pille sorgt dabei für den Anschein eines normalen Zyklus. Eine kurze Pause der Einnahme, führt zu einer Blutung, ähnlich der Menstruation. Dabei hat diese Blutung nichts mit einer normalen Menstruation gemeinsam. Sie dient rein dazu, der Frau den Eindruck zu geben, sie hätte einen Zyklus.

Im Gegensatz zur klassischen Pille, enthält die Minipille nur Gestagen, sie muss durchgenommen werden um sicher zu verhüten.

Im Laufe der Jahre wurden unterschiedliche Generationen der Antibabypille entwickelt. Während in der ersten Generation das Brustkrebsrisiko noch erhöht war (viel synthetisches Östrogen), führte das Gestagen in der 2. Generation zu Zwischenblutungen. In der 3. und 4. Generation wurde synthetisches Östrogen und eine von mehreren Gestagenen verwendet, dadurch wurde ein positiver Effekt auf Haut, Haare und Gewicht erreicht, gleichzeitig stieg das Thromboserisiko um das Siebenfache an.

Pearl Index

Die Pille macht ihren Job ziemlich sicher, mit einem Pearl Index von 0,1-0,9, ist sie eines der sichersten Verhütungsmittel. „TroPi“-Kinder, also trotz Pille Kids, sind meistens auf Einnahmefehler oder z.B. Durchfall und Erbrechen zurückzuführen.

P.S: Ein Pearl-Index von 0,1, bedeutet das, dass eine von 1.000 Frauen trotz der Verwendung mit der Pille schwanger geworden sind.

Lamuna, Belara, Maxim und Aristelle…

Aber die lustigen Tabletten mit den schönen Frauennamen haben auch Nebenwirkungen und das leider nicht zu knapp. Abgesehen von dem erhöhten Thrombose – und Schlaganfallrisiko, aber auch Herzinfarkten, Krebs, Blutungsstörungen, Eierstockzysten, Übelkeit, Depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen und Abnahme der Knochendicht, hat die Pille auch Einfluss auf unseren Geruchssinn. Das kann auch zu Problemen bei der Partnersuche führen, da beim Absetzen der Pille, der Partner plötzlich nicht mehr attraktiv erscheint.

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Pille und Partnerwahl? Kein gutes Duo!

Unter Einnahme der Pille wird dem Körper eine Schwangerschaft vorgegaukelt, als Frau orientiert man sich dann eher Richtung Familie und sucht sich Partner die einem genetisch-ähnlich sind. Als Folge kommt es aber zu mehr Fehlgeburten und einem reduzierten Immunsystem bei den Nachkommen. Frauen die keine Hormonellen Verhütungsmittel einnehmen, entscheiden sich eher für Partner, die sich genetisch stark von ihnen unterscheiden.

Jemanden „gut riechen können“, schützt also auch die Nachkommen. Ein weiteres Problem entsteht nach dem Absetzen der Pille, der Partner wird dann plötzlich als unattraktiv empfunden.

Nicht nur das, eine aktuelle Studie zeigte, dass es unter der Antibabypille zu Stressymptomen, Depressionen, einem erhöhten Cortison – und CRP-Werten (CRP ist ein Wert für die Verlaufskontrolle von Entzündungen im Körper) kam (Masama et al. 2022).

Der Einfluss auf den Darm ist noch nicht gänzlich geklärt, hier finden sich Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Es gibt Hypothesen dass oral aufgenommenes, synthetisches Östrogen Einfluss auf die Darmpermeabilität hat (Leaky Gut?) und Entzündungsreaktionen fördern könnte. Z.b. steht auch die Entwicklung von Morbus Chron in Zusammenhang mit der Einnahme von oralen Kontrazeptiva (Khalili, 2016).

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Nebenwirkungen über die niemand redet:

Die Pille ist ein kleiner Räuber in unserem System, sie schraubt an wichtigen Nährstoffen herum, belastet unsere Leber und klaut uns z.B. Folsäure, B-Vitamine, Magnesium, Selen und Zink. Vor allem während einer Schwangerschaft kann dann z.B. ein Folsäure-Mangel zur Gefahr werden. Die Blutbildung ist gestört und im schlimmsten Fall kommt es beim Neugeborenen zu einer Spina Bifida (offenes Neuralrohr).

Die Liste der Nebenwirkungen kann natürlich noch fortgeführt werden, insgesamt also mehr Nebenwirkungen als Benefit? Die Pille wird in vielen Fällen auch als medizinisches Therapeutikum eingesetzt, so kommt z.B. bei Endometriose die Minipille zum Einsatz. Dadurch werden Symptome zunächst unterdrückt, da durch das Ausbleiben der Periode Schmerzhafte Blutungen vermieden werden. Auch hier stellt sich immer die Frage, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen und wie hoch der Leidensdruck für die Patientin ist. Ernährung, Lebensstilfaktoren, Stressreduktion und auch Naturheilkunde, können sich positiv auf eine Endometriose auswirken und kommen ganz ohne ungewollte Nebenwirkungen zurecht. Im Zweifel sollten hier aber mehrere Fachmeinungen eingeholt werden.

Ein paar Gedanken…

Generell sollten Frauen sich selbst als mündig verstehen und wissen, dass es sich bei hormonellen Verhütungsmitteln nicht um Bonbons handelt. Langfristige Nebenwirkungen sind möglich. Auch das Absetzen der Pille ist oft ein langwieriger Prozess, denn der Körper muss erst wieder in sein natürliches Gleichgewicht finden. Wenn du trotz allem die Pille einnehmen willst, achte auf die Versorgung der kritischen Nährstoffe und versuche deinen Körper über Ernährung, Bewegung und Stressmanagement weitestgehend zu entlasten.

Wenn du die Pille absetzen möchtest, kann dich ein guter Therapeut dabei unterstützen. Wichtig ist dann eine sinnvolle Supplementation um Nährstofflücken zu füllen, eine gesunde Ernährung und ein, an den Zyklus angepasster Alltag. Außerdem kann über Naturheilkunde unterstützt werden.

Neben der Pille gibt es aber noch weitere, effektive Methoden zur Verhütung, z. B. die Natürliche Familienplanung. Dabei kannst du, über die Messung deiner morgendlichen Temperatur (Basaltemperatur) und über weitere Parameter, wie Zervixschleim, Muttermund und Zyklusbeobachtung, deine fruchtbaren Tage bestimmen.

Und am Ende gibt es immer noch das gute alte Kondom,
das schützt sogar vor Geschlechtskrankheiten. 😉

Deborah Rittwagen

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